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Suchtkrankheit Rauchen

Rauchen ist oft eine Sucht. Die Sucht ist der Hauptgrund, warum die meisten Raucherinnen und Raucher nicht damit aufhören können – sonst hätten sie es schon längst getan. Es ist aber nicht leicht, ohne Zigarette auszukommen, wenn der Körper sich einmal an das Nikotin gewöhnt hat. Viele Raucherinnen bzw. Raucher sagen, dass sie jederzeit aufhören könnten – aber nur einer von 50 schafft es auch ohne Hilfe.

Doch wie entsteht die Sucht des Rauchens?

Die Sucht des Rauchens: So entsteht Abhängigkeit

Raucherinnen und Raucher sind einer Doppel-Abhängigkeit ausgesetzt, die der psychischen Gewöhnung und die des physischen, d.h. körperlichen Suchtverlangens nach dem inhalierten Nikotin. Rauchen macht auch dann süchtig, wenn die „Macht der Gewohnheit“ dahintersteht. Dann schaffen Raucher es nicht, das eingeschliffene Verhaltensmuster, den Griff nach der Zigarette, aufzugeben. Dann muss zum Beispiel die Zigarette beim morgendlichen Aufstehen sein, die nach dem Essen, beim Kaffeetrinken, in Gesellschaft, nach dem Sex etc. Rauchen ist somit eine Sucht, die medizinisch gesehen dem des Alkohols, Marihuana, Speed oder Ecstasy gleichzusetzen ist.

Fatal ist zudem:

  • Jugendliche werden schon nach wenigen Tagen und maximal 2–3 Wochen physisch abhängig vom Rauchen und damit dramatisch schneller als ältere.
  • Junge Menschen bemerken diese Doppel-Abhängigkeit und die mit dem Rauchen zusammenhängenden physischen Einschränkungen meist gar nicht.
  • Aktives Rauchen bedingt meist auch eine Passivrauchexposition Unschuldiger, z.B. das ungeborene Leben der rauchenden Schwangeren, das Kind der rauchenden Mutter, der Nichtraucher oder die Nichtraucherin im verräucherten Bierzelt etc.
  • Spätfolgen, wie Herzinfarkt, Lungenkrebs, das Lungenemphysem oder das zu amputierende Raucherbein sind Spätfolgen und irreparabel.

Präventionsarbeit

Ehrenamtlich gegen das Rauchen – Studierende der Medizin in der Schulklasse

Tabakfirmen stellen ein Produkt her, das täglich über 383 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern das Leben kostet, also etwa 140.000 Menschen pro Jahr. Tabak ist die größte Ursache für vermeidbare Krankheiten und Tod in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Anfangsalter beträgt dabei durchschnittlich 17,8 Jahre und bei den 15–20-jährigen Bürgerinnen und Bürgern sogar nur 15,4 Jahre. Titus Brinker, Medizinstudent an der Justus-Liebig-Universität Gießen, entschied sich Mitte 2011 etwas gegen diese erschreckend hohen Zahlen zu tun und gründete den Verein Aufklärung gegen Tabak (AGT).

Die Idee für den Verein kam ihm im Sommer 2011 während eines Studienaufenthaltes an der amerikanischen Texas A&M University. Dort führten Studierende der Medizin in örtlichen Schulen ein Tabakpräventionsprogramm durch, das zu diesem Zeitpunkt erste Erfolge zeigte. Nach seiner Rückkehr entwickelte Medizinstudent Titus Brinker ein Konzept für den deutschen Sprachraum und startete die „Aufklärung gegen Tabak“ als Pilotprojekt in Gießen. Seit der Gründung im Januar 2012 haben sich über 500 Studierende der Medizin an 18 Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Lokalgruppen zusammengeschlossen. Insgesamt hat AGT bisher über 8.000 Schülerinnen und Schüler erreichen können; 2014 wird diese Zahl voraussichtlich verdoppelt werden.

Das Konzept von AGT ist schnell erklärt: Medizinstudierende führen in den Stufen 6–8 lokaler Schulen interaktive Präsentationen und Klassenraumseminare durch, die durch die Vermittlung altersgerechter Informationen die Schülerinnen und Schüler in ihren eigenen Entscheidungen bestärken. Am Beispiel von plastischen Modellen und mit praktischen Übungen lernen die Teilnehmenden die pragmatischen Nachteile des Rauchens kennen: Rauchen ist nicht nur teuer, sondern führt auch zu körperlichem Leistungsabfall, der sich bei sportlich aktiven Jugendlichen schon früh nachweisen lässt. Dies erfahren die Schülerinnen und Schüler z.B. über Strohhalmübungen unmittelbar am eigenen Körper. Auch Patientinnen und Patienten der lokalen Universitätskliniken werden in die Schulbesuche eingebunden. Sie berichten die Schülerinnen und Schülern von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Sucht und ihren Folgen.

Durch den geringen Altersunterschied und dem interaktiven Ansatz gelingt die Aufklärung auf Augenhöhe, was die bisherigen Rückmeldungen aus den Schulklassen auch unterstreichen. Im Juni 2013 wurde AGT von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung als „Projekt des Monats“ ausgezeichnet, während im August 2013 Bundesgesundheitsminister Bahr in einem Schreiben das Engagement der Ehrenamtlichen bei AGT lobte. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Professoren aus der Präventions- und Lungenforschung unterstützt die Arbeit von AGT. Über eine Spende können noch mehr Schulen und Städte erreicht werden.

Spendenkonto:

Aufklärung gegen Tabak e.V.
Kto.: 8320501
BLZ: 51390000
Volksbank Mittelhessen

Weitere Informationen und Kontakt:
gegentabak.de, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Mit dem Rauchen aufhören

Die Sucht zu überwinden ist schwierig! Die letzte Zigarette liegt ein bis zwei Wochen zurück. Die schlimmen ersten Tage sind längst überstanden und eigentlich könnte das Nichtrauchen jetzt einfach werden.

Doch zwischendrin überkommt einen die Rauchlust immer mehr mit ungebremster Heftigkeit oder man wird so gereizt, dass man die Wände hochgehen könnte. So ähnlich kann es einem ergehen in den ersten Wochen des Nichtraucherlebens. Hier prallen die Einsicht für die Richtigkeit des Rauchstopps mit den Auswirkungen der Suchtentwöhnung unversöhnlich aufeinander. Rückfälle sind leider häufig.

Wie wird man mit solchen Attacken fertig?

Auswirkungen des Rauchens

Was passiert eigentlich, wenn man raucht? Und welche Wirkung haben die Stoffe einer Zigarette?

Zunächst einmal finden sich mehrere dutzend Inhaltsstoffe in einer Zigarette: Aroma- und Geschmackstoffe wie Kakao und Lakritz machen den Rauch angenehmer. Zudem finden sich auch eine Vielzahl von Füll-, Klebe-, Haft-, Binde- und Verdickungsmittel sowie Farbstoffe.

Das Nikotin hinterlässt aber in der Wirkung mit den entstehenden Giftstoffen auch Schäden: der Rauch reizt die Bronchien und löst dort eine Entzündung aus. Es entsteht eine dauerhafte („chronische“) Bronchitis mit Husten und später auch Luftnot, weil die Lungenstruktur zerstört und „zerfressen“ wird. Es dauert Jahre bis dies geschieht, ist aber dann nicht mehr umkehrbar!

Das Immunsystem wird geschwächt, die Arterien verkalken und es entstehen Schlaganfälle, Herzinfarkte und Durchblutungsstörungen (z.B. das bekannte „Raucherbein“).

Mehr über die Auswirkungen des Rauchens lesen

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